Dagmar Vogt
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Biografie
- Künstlerische Ausbildung an der Hochschule in Dortmund
bei Prof. Kampmann und Prof. Schubert- 1. und 2. Staatsexamen in den Fächern: Kunst und Geschichte
- Akademische Ausbildung in Malerei bei Prof. Markus Lüpertz
und in Bildhauerei bei Mathias Lanfer, Meisterschüler von Tony Cragg- Gründungsmitglied der Gruppe Ultramarin,
Mitglied des Wittener Künstlerbundes und des BBK Westfalen- Lehraufträge an Kunstakademien und Volkshochschulen
(Malerei, Grafik und Grundlagen der freien Gestaltung)- Seit 2021 Mitglied der Jury des Ennepe-Ruhr Kunstpreises
Lebt und arbeitet in Herdecke und im Allgäu
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Artist - Statement / Text
„Die Tanzenden“
Das Tanztheater Pina Bausch ist in der Welt zuhause, seine Heimat aber ist Wuppertal. Die Bildhauerin und Malerin Dagmar Vogt hat die Tänzer und Tänzerinnen des Tanztheaters in Wim Wenders Film „Pina“ neu entdeckt und Fotos von einzelnen Filmszenen gemacht.
In ihrem Atelier in Wuppertal-Beyenburg sind nach diesen Fotos insgesamt 9 Figuren entstanden, neun als kleine Modelle, fünf in halber Lebensgröße und alle neun Positionen in voller Lebensgröße.
Im Zentrum dieser Tanzfilm-Dokumentation von Regisseur Wim Wenders stehen Ausschnitte aus Pina Bauschs Tanztheater-Stücken „Le sacre du printemps“, „Café Müller“, „Kontakthof“ und „Vollmond“.
Dabei bewegen sich die Tänzerinnen und Tänzer immer in einer für den Tanz ungewöhnlichen Umgebung. Die Bühne ist entweder von einer knöcheltiefen Schicht aus nassem Torf bedeckt, mit Wasser gefüllt, sie tanzen auf der Halde Haniel in Bottrop, oder im Skulpturenpark Waldfrieden in Wuppertal.
Leichtfüßige Bewegungen erlauben die Untergründe oft nicht. Das ist auch nicht beabsichtigt. Es kam Pina Bausch auf den speziellen eigenen Ausdruck der Tanzenden im Verhältnis zu ihrer Umgebung an. Vieles wiederholen die Tänzerinnen und Tänzer dabei in einer Endlosschleife, wie zum Beispiel die Tänzerin, die mit dem Stuhl tanzt („Freude“), die Tänzerin, die mit einem Baum über die Bühne schreitet, („Die Baumtänzerin“) oder der Tänzer, der seine Partnerin hochhebt und über sich trägt („Flieg mit mir“), oder auch einfach in seinen ausgestreckten Armen auffängt („Versöhnung“). Die Tänzerin „Leben“ zieht sich in einem Schwimmbad in Wuppertal selbst an den Haaren hoch und wiederholt dies tanzend , während „Vollmond“, ein Tänzer aus dem Stück „Vollmond“ von Pina mit vielen andern Tänzerin zusammen auf der Bühne auf Zehenspitzen tanzend in den Himmel blickt.
Die einzige Figur, die Dagmar Vogt nicht nach einer Szene aus dem Wim Wenders Film „Pina“ geschaffen hat, ist die Figur „Pina“, die Pina Bausch selber in jungen Jahren an der Ballettstange übend darstellt. Diese Szene hat DAVO ebenfalls nach einem Foto modelliert, wobei sie das Gesicht von Pina Bausch auf Ähnlichkeit nachempfunden hat.
Das Tanztheater von Pina Bausch bewegt sich sehr weit weg vom klassischen Ballett, seinem Drill und seinen Figuren. Bauschs Tänzer, und vor allem auch die Tänzerinnen durften altern und zeigen, was sie mit der Zeit an Ausdruck dazu gewonnen haben.
Diesen besonderen Ausdruck, die spezielle Form des Tanzes versucht DAVO mit ihren Figuren einzufangen und hat damit eine einzigartige Serie geschaffen.