Biografie

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  • Biografie

    - Künstlerische Ausbildung an der Hochschule in Dortmund
    bei Prof. Kampmann und Prof. Schubert

    - 1. und 2. Staatsexamen in den Fächern: Kunst und Geschichte

    - Akademische Ausbildung in Malerei bei Prof. Markus Lüpertz
    und in Bildhauerei bei Mathias Lanfer, Meisterschüler von Tony Cragg

    - Gründungsmitglied der Gruppe Ultramarin,
    Mitglied des Wittener Künstlerbundes und des BBK Westfalen

    - Lehraufträge an Kunstakademien und Volkshochschulen
    (Malerei, Grafik und Grundlagen der freien Gestaltung)

    - Seit 2021 Mitglied der Jury des Ennepe-Ruhr Kunstpreises

    Lebt und arbeitet in Herdecke und im Allgäu

  • "Es wird einmal"

    Mit Dagmar Vogts Serie von Bronzeskulpturen in Anlehnung an die Märchen der Gebrüder Grimm, schafft sie nicht nur Kunstwerke von zeitloser Schönheit, sondern auch eine Brücke zwischen der Welt der Fantasie und der Realität. Ihre Arbeiten laden uns ein in Welten einzutauchen, die uns seit Kindertagen begleiten, und sie mit neuen Augen zu betrachten.

    Die Bildhauerin hat mit ihrer Bronzeskulpturen-Serie "Es wird einmal" ein erfrischend unkonventionelle und humorvolle Hommage an die Märchen der Gebrüder Grimm geschaffen. Ihre Werke sind weit mehr als bloße Interpretationen der bekannten Geschichten - sie sind eine ironische, fast schon verspielte Auseinandersetzung mit den archetypischen Figuren und Motiven, die uns seit Generationen begleiten. Dabei gelingt es ihr, die Märchenwelt in einen modernen Kontext zu setzen, ohne ihren Zauber zu zerstören.

    Ein herausragendes Beispiel ist ihre Darstellung von Frau Holle. Statt der altbekannten, strengen Matrone, die Betten schüttelt und Schnee auf die Erde bringt, zeigt Dagmar Vogt eine jugendliche anmutende Figur mit einer Pudelmütze, die ein überdimensionales Kissen in den Händen hält.

    Diese unerwartete Interpretation ist nicht nur augenzwinkernd, sondern auch voller Charme und Leichtigkeit. Die Skulptur wirkt wie eine moderne Heldin, die die traditionelle Rolle der Frau Holle auf den Kopf stellt und dabei eine ganz eigene, fast schon coole Aura ausstrahlt. Die Ironie, mit der hier gearbeitet wird, lässt den Betrachter schmunzeln und lädt gleichzeitig dazu ein, über die Bedeutung von Rollenbildern und Erwartungen nachzudenken.

    Auch in anderen Werken der Serie spielt Dagmar Vogt gekonnt mit den Erwartungen der Betrachterinnen und Betrachter. Ihr Schneewittchen kommt nicht im klassischen Ballkleid daher sondern in Turnschuhen und kurzem Rock. Zudem hält sie nicht einfach den Apfel in der Hand, ganz im Gegenteil, sie verschwindet zur Hälfte in diesem.

    Dagmar Vogts Bronzeskulpturen sind meisterhaft gearbeitet. Doch was ihre Arbeiten wirklich auszeichnet, ist die Fähigkeit, Geschichten zu erzählen, die über das Offensichtliche hinausgehen. Ihre Skulpturen sind nicht nur Kunstwerke, sondern auch Kommentare - mal ironisch, mal humorvoll, aber immer mit einem tiefen Respekt vor der Quelle der Inspiration.

    Die Serie "Es wird einmal" ist eine erfrischende und originelle Auseinandersetzung mit den Märchen der Gebrüder Grimm. Dagmar Vogt gelingt es, die bekannten Geschichten neu zu interpretieren, ohne sie zu entzaubern. Stattdessen fügt sie eine weitere Ebene hinzu - eine, die zum Lachen, Nachdenken und Staunen einlädt. Ihre Arbeiten sind eine Einladung, die Märchen mit einem Augenzwinkern zu betreten und sich von Ihrer zeitlosen Magie verzaubern zu lassen

  • „Die Tanzenden“

    Das Tanztheater Pina Bausch ist in der Welt zuhause, seine Heimat aber ist Wuppertal. Die Bildhauerin und Malerin Dagmar Vogt hat die Tänzer und Tänzerinnen des Tanztheaters in Wim Wenders Film „Pina“ neu entdeckt und Fotos von einzelnen Filmszenen gemacht.

    In ihrem Atelier in Wuppertal-Beyenburg sind nach diesen Fotos insgesamt 9 Figuren entstanden, neun als kleine Modelle, fünf in halber Lebensgröße und alle neun Positionen in voller Lebensgröße.

    Im Zentrum dieser Tanzfilm-Dokumentation von Regisseur Wim Wenders stehen Ausschnitte aus Pina Bauschs Tanztheater-Stücken „Le sacre du printemps“, „Café Müller“, „Kontakthof“ und „Vollmond“.

    Dabei bewegen sich die Tänzerinnen und Tänzer immer in einer für den Tanz ungewöhnlichen Umgebung. Die Bühne ist entweder von einer knöcheltiefen Schicht aus nassem Torf bedeckt, mit Wasser gefüllt, sie tanzen auf der Halde Haniel in Bottrop, oder im Skulpturenpark Waldfrieden in Wuppertal.

    Leichtfüßige Bewegungen erlauben die Untergründe oft nicht. Das ist auch nicht beabsichtigt. Es kam Pina Bausch auf den speziellen eigenen Ausdruck der Tanzenden im Verhältnis zu ihrer Umgebung an. Vieles wiederholen die Tänzerinnen und Tänzer dabei in einer Endlosschleife, wie zum Beispiel die Tänzerin, die mit dem Stuhl tanzt („Freude“), die Tänzerin, die mit einem Baum über die Bühne schreitet, („Die Baumtänzerin“) oder der Tänzer, der seine Partnerin hochhebt und über sich trägt („Flieg mit mir“), oder auch einfach in seinen ausgestreckten Armen auffängt („Versöhnung“). Die Tänzerin „Leben“ zieht sich in einem Schwimmbad in Wuppertal selbst an den Haaren hoch und wiederholt dies tanzend , während „Vollmond“, ein Tänzer aus dem Stück „Vollmond“ von Pina mit vielen andern Tänzerin zusammen auf der Bühne auf Zehenspitzen tanzend in den Himmel blickt.

    Die einzige Figur, die Dagmar Vogt nicht nach einer Szene aus dem Wim Wenders Film „Pina“ geschaffen hat, ist die Figur „Pina“, die Pina Bausch selber in jungen Jahren an der Ballettstange übend darstellt. Diese Szene hat DAVO ebenfalls nach einem Foto modelliert, wobei sie das Gesicht von Pina Bausch auf Ähnlichkeit nachempfunden hat.

    Das Tanztheater von Pina Bausch bewegt sich sehr weit weg vom klassischen Ballett, seinem Drill und seinen Figuren. Bauschs Tänzer, und vor allem auch die Tänzerinnen durften altern und zeigen, was sie mit der Zeit an Ausdruck dazu gewonnen haben.

    Diesen besonderen Ausdruck, die spezielle Form des Tanzes versucht DAVO mit ihren Figuren einzufangen und hat damit eine einzigartige Serie geschaffen.